Grammatikübungen

Gerundium und Infinitiv

450 Lückentext-Übungen in 1 Form

Wenn ein Verb auf ein anderes folgt, ändert das zweite seine Form. Welche Form, entscheidet das erste Verb, und die Listen muss man lernen.

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Das Problem in einem Satz

Englisch hat keine Regel, die dir sagt, ob enjoy swimming oder enjoy to swim richtig ist. Das erste Verb entscheidet, und die Listen muss man lernen. Die gute Nachricht: sie sind kurz, und die Muster dahinter gibt es wirklich.

Verben mit -ing

Grob: Dinge, die du schon tust, aufgegeben hast oder zu denen du etwas empfindest.

enjoy, avoid, finish, mind, suggest, practice, imagine, consider, admit, deny, miss, postpone, delay, keep, give up, put off, dislike, can’t stand, risk

She admitted taking the money. They kept walking.

Verben mit to

Grob: Dinge, die noch vor dir liegen — Pläne, Hoffnungen, Entscheidungen, Versprechen.

decide, hope, want, plan, agree, promise, refuse, manage, offer, learn, choose, expect, arrange, intend, prepare, afford, pretend, seem, fail, deserve

He promised to call. We managed to finish.

Nach einer Präposition immer -ing

Diese Regel hat keine Ausnahmen und ist das Verlässlichste auf dieser Seite:

good at cooking, interested in learning, instead of waiting, before leaving, without saying a word, thank you for helping

Die Falle ist to, das manchmal eine Präposition ist und nicht Teil eines Infinitivs:

I look forward to hearing from you. — to ist hier Präposition, also ist -ing richtig.

Dasselbe bei be used to: I’m used to getting up early.

Verben mit beidem, gleiche Bedeutung

begin, start, continue, like, love, hate, prefer — beide Formen gehen, und niemandem fällt es auf:

It started raining / It started to rain.

Verben mit beidem, verschiedene Bedeutung

Diese sind wichtig, denn die falsche Wahl ändert, was du gesagt hast:

make, let und help

Diese nehmen die Grundform, ohne to:

He made me wait. She let him go. They helped us carry it.

Help erlaubt auch to: helped us to carry it ist genauso richtig.

Beachte: im Passiv holt sich make das to zurück: I was made to wait.

Wo es für Deutschsprachige schiefgeht

Deutsch hat kein Gerundium. Wo Englisch zwei Bauarten unterscheidet, hat Deutsch im Wesentlichen eine: zu plus Infinitiv. Daraus folgt der Grundfehler, und daraus folgen auch zwei unerwartete Erleichterungen.

Jedes deutsche zu will zu to werden. «Ich genieße es zu schwimmen» wird zu I enjoy to swim, «Er schlug vor ins Kino zu gehen» zu He suggested to go to the cinema. Beides falsch, und beides derselbe Mechanismus. Weil Deutsch keinen Unterschied macht, musst du die englischen Listen wirklich lernen — es gibt nichts im Deutschen, woran du sie ablesen könntest.

«sich freuen auf» ist die häufigste Einzelfalle. «Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören» hat im Deutschen zu plus Infinitiv, also schreibt fast jeder I look forward to hear from you. Richtig ist to hearing, weil to hier zu look forward to gehört und eine Präposition ist. Dieselbe Falle: be used to doing, instead of doing, before doing.

«um zu» ist dein Werkzeug für die Bedeutungspaare. Deutsch trennt die beiden Lesarten, die englische Lernende überall verwechseln, ganz von selbst:

DeutschEnglisch
aufhören, um zu rauchenstop to smoke
aufhören zu rauchenstop smoking
sich erinnern, es zu tunremember to do it
sich erinnern, es getan zu habenremember doing it

Wo im Deutschen «um» stehen kann, steht im Englischen to. Wo es nicht passt, steht -ing. Diese Brücke haben die meisten anderen Lernenden nicht.

Der nominalisierte Infinitiv passt genau auf das Gerundium. «Schwimmen ist gesund» und «Das Aufstehen fällt mir schwer» machen genau das, was Englisch mit -ing am Satzanfang macht: Swimming is good exercise, Getting up early is hard. Und «gut im Kochen», «beim Lesen» entsprechen good at cooking, while reading. Wenn du im Deutschen ein großgeschriebenes Verb schreiben würdest, steht im Englischen fast immer -ing.

lassen ist nicht nur let. Deutsch lassen deckt zwei englische Strukturen ab. «Er ließ mich warten» ist He let me wait oder He made me wait, je nachdem ob Erlaubnis oder Zwang gemeint ist. Aber «Ich lasse mein Auto reparieren» ist I have my car repaired — nicht I let my car repair. Dass nach let und make die Grundform ohne to steht, ist dagegen genau wie im Deutschen und gibt dir diese Struktur gratis.

vorschlagen nimmt kein Objekt mit to. «Er schlug mir vor, zu gehen» wird gern zu He suggested me to go. Englisch erlaubt das bei suggest nicht: He suggested that I go oder He suggested going.

Alle Formen

Erstes VerbZweites Verb nimmtBeispiel
enjoy, avoid, finish, mind-ingShe enjoys swimming.
want, decide, hope, promiseto + VerbShe decided to leave.
nach einer Präposition-inggood at cooking
nach einem ModalverbGrundformShe can swim.
make, letGrundformHe made me wait.
remember, stop, trybeides, verschiedene Bedeutungsiehe unten

Fehler, die du vermeiden solltest

Falsch: I enjoy to swim. richtig: I enjoy swimming.

Auf enjoy folgt immer -ing.

Falsch: She decided going home. richtig: She decided to go home.

Auf decide folgt immer to.

Falsch: I am good at to cook. richtig: I am good at cooking.

Nach einer Präposition steht das Verb immer auf -ing.